Einladung + Programm zur Konferenz „Demokratie braucht Haltung“

Demokratische Jugendkultur entsteht nicht von allein. Junge Menschen brauchen Räume, in denen sie sich ausprobieren, mitbestimmen und ihre eigenen Ideen einbringen können und sie brauchen Fachkräfte, die ihnen dabei Sicherheit, Haltung und Orientierung geben.

Das Projekt „Handlungssicher und demokratisch: Demokratiebildung für Fachkräfte der Kinder- und Jugendarbeit“ läuft Ende 2026 aus. Gemeinsam möchten wir auf die vergangenen Jahre zurückblicken, Erfahrungen und Erkenntnisse teilen und den Blick nach vorn richten. 

Unter dem Titel „Demokratie braucht Haltung“ laden wir Sie herzlich zu unserer Fachräftekonferenz am 08. Oktober 2026 von 10:00 bis 16:00 Uhr nach Hellersdorf Nord ein. Den konkreten Veranstaltungsort teilen wir Ihnen nach erfolgter Anmeldung mit.

Auf Sie warten eine Zusammenfassung der Projektergebnisse, zwei aufeinander aufbauende Workshopphasen zu unterschiedlichen thematischen Angeboten sowie Raum für Austausch, Vernetzung und einen gemeinsamen Blick auf zukünftige Entwicklungen und Unterstützungsstrukturen in der Kinder- und Jugendarbeit.

Das Tagesprogramm

09:30 Uhr: Ankommen (Kaffee, Snacks & erste Gespräche)
10:00 Uhr: Begrüßung & Projektvorstellung
10:30 Uhr: Workshopphase I
12:15 Uhr: Mittagspause
13:15 Uhr: Workshopphase II
15:00 Uhr: Snackpause & anschließend Abschluss, Austausch und Ausblick
16:00 Uhr: Ende

Die Workshopangebote finden in zwei aufeinander aufbauenden Phasen statt und werden jeweils vormittags und nachmittags fortgesetzt. Folgende Workshops sind geplant:

Workshop 1: Geschlechterreflektierte Pädagogik als Prävention von Gewalt und Diskriminierung
In Anbetracht von zunehmender Diskursverschiebung nach rechts, einer angeblichen „male loneliness epidemic“ und omnipräsenter Gewalt in Gesellschaft, Schule und Beziehungen ist der Bedarf nach Präventionskonzepten groß. Aber wie kann das gelingen?
Billie Hörnschemeyer und Lino Köhler geben einen Einblick in die Praxis von queerer Pädagogik und geschlechterreflektierter Jungen*arbeit, und wie diese Art von pädagogischer Arbeit einen Beitrag zur Prävention von Gewalt und Diskriminierung leisten kann. Es wird einen kurzen inhaltlichen Input sowie einen Praxisteil geben, in dem das Gehörte gleich ausprobiert werden kann.

Billie A. Hörnschemeyer (keine Pronomen) (LesLeFam e.V.) ist Sozial- und Bildungs-arbeiter*in sowie Praxisforscher*in, Autor*in (u.a.im Sammelband „Klassismuskritik und Soziale Arbeit“) ist langjährig tätig in der ambulanten und stationären Jugendhilfe sowie Beratung mit Schwerpunkt auf geschlechterreflektierten und queeren Ansätzen. Zudem arbeitet Billie in der Aus- und Weiterbildung von angehenden Sozialarbeiter*innen/Pädagog*innen mit Schwerpunkt auf Armuts- und Geschlechterforschung bzw. deren praktischer Anwendung und in der queeren Jugendarbeit.

Lino Köhler (keine Pronomen) arbeitet bei Dissens – Institut für Bildung und Forschung e.V. zu geschlechterreflektierter Pädagogik, Jungen*arbeit und Maskulinistischen Influencern, sowie zu Männlichkeit(en), Misogynie und Sexismus im Netz und offline. Pädagogisch arbeitet Lino mit Jungen* in der Geschlechterreflektierten Jungen*arbeit in einem langfristigen Gruppensetting und koordiniert beim Träger Dissens – Pädagogik und Kunst im Kontext gGmbH die Soziale Gruppenarbeit. Außerdem arbeitet Lino in der queeren Pädagogik in einem offenen Gruppensetting.

Workshop 2: demokratische Jugendkultur stärken
Wie können pädagogische Fachkräfte rechte Ansprachen erkennen und demokratische Alternativen sichtbar machen? An interaktiven Stationen von „Handlungssicher und demokratisch“ lernen Sie aktuelle Codes, Symbole und Marken kennen.
Anschließend kommen Sie mit dem Jugendressourcenzentrum und Jugendforum ins Gespräch, das Einblicke in gelungene demokratische Mitbestimmung aus der Perspektive junger Menschen gibt. Das Jugendforum und das Jugendressourcenzentrum fördern die Beteiligung und Selbstbestimmung von Jugendlichen, indem sie lokale Jugendaktionen unterstützen und jungen Menschen dabei helfen, ihre Ideen in die Tat umzusetzen. Das Format des Jugendforums ist bewusst flexibel und niedrigschwellig gestaltet, um auf die Anliegen, Wünsche und Fähigkeiten der Jugendlichen vor Ort einzugehen.
Der Workshop verbindet Einblicke in aktuelle rechte Jugendkultur mit Beispielen demokratischen Engagements und zeigt, wie Beteiligung junger Menschen gestärkt werden kann.

Julia Rutkewitz (sie/ihr) ist Kulturwissenschaftlerin und arbeitet für KIDS & CO im Projekt „Handlungssicher und demokratisch: Demokratiebildung für Fachkräfte der Kinder- und Jugendarbeit“.

Bea Hackbarth (sie/ ihr) ist Soziologin und arbeitet bei KIDS & CO im Projekt „Handlungssicher und demokratisch: Demokratiebildung für Fachkräfte der Kinder- und Jugendarbeit“.

Nikola Stevanović (er/ihm) ist Erzieher und arbeitet bei Roter Baum im Rahmen des Projekts „Jugendressourcenzentrum Marzahn“ und „Jugendforum Marzahn“.

Siena Fite (sie/ihr) hat Interkulturelles Konfliktmanagement studiert und arbeitet bei Roter Baum im Rahmen des Projekts „Jugendressourcenzentrum Marzahn“ und „Jugendforum Marzahn“.

Workshop 3: Rechtsextremismus im Kontext der Jugendarbeit
Das Erscheinungsbild von Rechtsextremen hat sich stark gewandelt. Ihre Propaganda zielt vermehrt auf Jugendliche ab, lockt mit lebensweltlichen Angeboten und nimmt Stile aus Jugendkulturen sowie Formate aus Sozialen Medien auf, die junge Menschen ansprechen.
Der Workshop richtet sich an Menschen, die in der Sozialen Arbeit (insbesondere Jugendsozialarbeit) tätig sind und die sich aus einer demokratischen, an den Menschenrechten orientierten Haltung heraus mit Rechtsextremismus auseinandersetzen wollen.
Den Teilnehmenden setzen sich mit aktuellen Erscheinungsformen und Ideologie-Elementen von Rechtsextremismus auseinander, die vor allem für Jugendliche und junge Erwachsene relevant sind. Damit wird die Wahrnehmungs- und Deutungsfähigkeit der Teilnehmenden für berufliche und private Kontexte gestärkt. Anhand von konkreten Praxisbeispielen reflektieren wir Reaktionsmöglichkeiten und entwickeln in Fallarbeit Handlungsansätze für den Arbeitsalltag.

Janine Budich (sie/ihr) berät und schult seit 2020 bei der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus Berlin (MBR) Parteien, Verwaltung, Religionsgemeinschaften, Kunst- und Kulturbetriebe, Gedenkstätten, Verbände, Unternehmen, Gewerkschaften sowie engagierte Gruppen und Einzelpersonen zum Umgang mit Rechtsextremismus, Rechtspopulismus, Rassismus, Antisemitismus und Verschwörungsideologie. Ihre Schwerpunkte liegen in der Beratung von Hochschulen, Einrichtungen der Jugendarbeit, zivilgesellschaftlichen Bündnissen, queeren Projekten und in familiären Kontexten. Ihr bezirklicher Schwerpunkt ist Marzahn-Hellersdorf.

Die Anmeldung ist ab sofort möglich. Bitte senden Sie Ihren Namen, Ihren Arbeitgeber sowie Ihren Erst- und Zweitwunsch für die Workshopphasen an: [E-Mail-Adresse einblenden] 

Die Konferenz wird von KIDS & CO, pad gGmbH (Koordinierungsstelle Demokratie Marzahn-Hellersdorf) und CAMINO (Zukunftskiez Hellersdorf) gemeinsam durchgeführt.

Das Projekt „Handlungssicher und demokratisch: Demokratiebildung für Fachkräfte der Kinder- und Jugendarbeit“ wird gefördert durch die Bundesrepublik Deutschland und das Land Berlin im Rahmen des Städtebauförderprogramms „Sozialer Zusammenhalt – Zusammenleben im Quartier gemeinsam gestalten“.

Einladung + Programm zur Konferenz „Demokratie braucht Haltung“